Rückblick: Welcome-Dinner in Blaufelden

Gerabronner Flüchtlinge zu Gast beim Welcome Dinner

Bereits zum zweiten Mal hat der gemeinnützige Verein „Hundertprozent“ ins Blaufelder Spektrum zum Hohenloher Welcome Dinner geladen. Mit über zwanzig Personen waren wir Gerabronner durch viele Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer der Flüchtlingshilfe vertreten. Mit einem Stehempfang und leckeren Häppchen wurde die Veranstaltung eröffnet. Neben einigen Grußworten sorgte Kurt Klawitter mit unterhaltsamen Rhythmen für Abwechslung und erklärte den Neubürgern in Hohenlohe, dass die Antwort auf alle Fragen in Hohenlohe stets „sou“ sei. Hierfür müsse man lediglich den Unterkiefer ganz weit nach vorne schieben. Bei den Test-Fragen von Klawitter sorgte die gemeinsame Antwort „souuuu“ für viel Gelächter im Publikum.

Die Gastgeber tischten zum „Dinner“ Schupfnudeln mit Sauerkraut, dazu Hummus, Bulgur und diverse Salate auf – dieser bunte Speisenmix stand symbolisch für den Abend ganz im Zeichen der Völkerverständigung. Als letzter Programmpunkt durften wir unseren Aufbau und die Arbeit der Flüchtlingshilfe Gerabronn vorstellen. Britta Klesatschke gab den Besuchern durch eine Präsentation einen Einblick in die Entwicklung der Flüchtlingshilfe von Beginn an bis heute. Die Darstellungen waren in Englisch und Arabisch vorbereitet, so dass viele dem Vortrag folgen konnten. Am Ende unseres Programmpunktes stellten sich einige Erwachsene und Kinder unter der Überschrift „Gerabronnern Flüchtlingen einen Namen und ein Gesicht geben“ auf Deutsch vor. Es war spürbar, dass dies der Moment war, auf den das Publikum an diesem Abend gewartet hatte. Wer sind denn überhaupt die Menschen, über die wir immer sprechen? Es war wichtig, ihnen das Wort zu übergeben. Die Kinder erzählten stolz und mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht, wo sie die Schule besuchen und was sie gerne machen. Ernster wurde es, als ein Familienvater erzählt. Bereits im August 2014 musste er seine Heimat verlassen und im November 2015 hatte die Familie erstmals deutschen Boden unter den Füßen. Es gab für sie viele weitere Stationen in Deutschland bis sie schließlich im Juni 2016 in Gerabronn angekommen sind und dort auf ihren Bescheid warten. Er bedankte sich bei den Veranstaltern und vor allem bei den Gerabronner Ehrenamtlichen für die Unterstützung und Hilfe, die sie hier erfahren.
Ein Flüchtlingsjunge hatte spontan gefragt, nachdem Kurt Klawitter auf Deutsch gesungen hat, ob er ein syrisches Lied singen dürfte. Selbstverständlich freuten sich die Zuschauer über diesen Vorschlag. Bereits nach wenigen Strophen stockte er. Doch er nahm einen erneuten Anlauf – bis ihm das Weinen keine Stimme mehr gab. Alle hielten inne. Plötzlich war es so gegenwärtig und greifbar – dieses Leid. Es wurde bewusst, welche Sehnsucht nach dem Zuhause und welche schrecklichen Bilder in dem Kopf dieses Kindes stecken müssen. Berührt von den Menschen und beeindruckt von der Entwicklung der Flüchtlingshilfe in Gerabronn kamen viele Besucher im Nachgang auf uns zu. Das war eine schöne Geste für unsere Arbeit.
Wir bedanken uns bei den engagierten Helfern des Vereins Hundertprozent für die Gastfreundschaft und das leckere Essen. Wir freuen uns über die Zusage des Moderators, dass unsere Flüchtlingshilfe einen Teil der erhaltenen Spenden des Abends bekommt. Auch wenn unsere Flüchtlinge bei vielen Programmpunkten aufgrund der Sprachbarriere nicht folgen konnten, war es eine schöne Abwechslung für alle und wieder eine Gelegenheit sich besser kennenzulernen.

Hier ist der Link zum Artikel im Hohenloher Tagblatt.

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